2. Adventsfenster 2022

Es war der Tag vor Weihnachten, der König bummelte gerade im Schneetreiben über den Markt, als ihm ein großer, herrlich roter Stoffballen ins Auge fiel.
„Ooooh!“, sagte er. „Dieser Stoff ist so rot und weich und weihnachtlich - genau richtig, um daraus einen Umhang für die Prinzessin schneidern zu lassen!“ Er kaufte den Ballen und brachte ihn in sein Schloss.
Im Schloss schnitten die Näherinnen des Königs den Stoff zu und sie stichelten und sie schnitten und sie stichelten und gegen Mittag war der wunderschöne lange Umhang für die Prinzessin fertig.
Der König war hocherfreut.
Er verpackte ihn in goldenes Papier mit einem silbernen Band. „Was sollen wir mit den Stoffresten machen?“ fragte eine der Näherinnen. „Ach, schnürt sie einfach zusammen und legt sie vor die Hintertür“, sagte der König.
Jenny, das Küchenmädchen, war mit der Arbeit im Schloss fertig und machte sich auf den Heimweg, als ihr Blick auf ein großes Bündel herrlich roter Stoffreste fiel.
„Oooh!“, sagte sie. „Dieser Stoff ist so rot und weich und weihnachtlich – genau richtig, um daraus eine Jacke für meine Mama zu machen!“
Als Jenny nach Hause kam, schnitt sie den Stoff zu und sie stichelte und sie schnitt und sie stichelte und...
...am Nachmittag war die schicke rote Jacke für ihre Mutter fertig.
Jenny war überglücklich und verpackte die Jacke in rotem Papier mit einem grünen Band.
Dann schnürte sie die wenigen Stoffreste zusammen und legte sie vor die Hintertür, damit ihre Mutter sie nicht fand.
Dany Dachs spazierte gerade an Jennys Haus vorbei, als sein Blick auf ein kleines Bündel herrlich roter Stoffreste fiel.
„Oooh!“, sagte er. „Dieser Stoff ist so rot und weich und weihnachtlich – genau richtig, um daraus einen Hut für meinen Papa zu machen!“
Als Dany heimkam, schnitt er den Stoff zu und er stichelte und er schnitt und er stichelte.... und als die Uhr sechs schlug... war der flotte rote Hut für seinen Vater fertig.
Er lächelte, als er ihn in braunes Papier wickelte und mit einem Faden verschnürte. Dann band er die winzigen Stoffreste zusammen und legte sie vor die Hintertür.
Kurz darauf sprang Eddie Eichhorn an Danys Haus vorbei. Als er ein winziges Bündel herrlich roter Stoffreste sah, blieb er abrupt stehen.
„Ooooh!“, sagte er. „Dieser Stoff ist so rot und weich und weihnachtlich – genau richtig, um daraus ein Paar Handschuhe für meine Frau zu machen!“
Als Eddie zu Hause war, schnitt er den Stoff zu und er stichelte und er schnitt und er stichelte und … als der Mond aufging, war das feine Paar Handschuhe für seine Frau fertig. Er wickelte es in ein Blatt und band einen getrockneten Grashalm darum.
„Wie gut, dass ich ihr etwas genäht habe, das ihre Hände wärmt“, sagte er. „Dieser Wind ist so eisig kalt!“
Ein Windstoß wirbelte den winzigen Stoffrest aus dem Fenster und ließ ihn auf den verschneiten Boden fallen.
Es war fast Mitternacht, als Milly Maus an Eddies Haus vorbei trottete. Sie war erschöpft und durchgefroren und der Schnee legte sich auf Ohren und Schnurrhaare. Sie hatte vergeblich nach einer Nuss als Weihnachtsgeschenk für ihren kleinen Billy gesucht.
Als sie am Fuß von Eddies Baum vorbeikam, fiel ihr Blick auf etwas Rotes, das aus dem Schnee ragte. Was konnte das nur sein?
Es war der winzige Stoffrest!
„Ooooh!“, sagte sie. „Dieser Stoff ist so rot und weich und weihnachtlich – genau richtig, um daraus einen Schal für meinen Billy zu machen!“
Billy schlief, als Milly heimkehrte . Sie schnitt den Stoff zu und sie stichelte und … sie schnitt und sie stichelte und … als die Kerze niedergebrannt war, war der kuschelige Schal für Billy fertig.
Da sie nichts zum Einwickeln hatte, faltete sie ihn ordentlich zusammen und legte ihn unter ihren kleinen Weihnachtszweig.
Und am Weihnachtsmorgen wickelte die Prinzessin ihr riesengroßes, gold verpacktes Geschenk aus.
Und Jennys Mutter öffnete ihr großes, rot verpacktes Geschenk.
Und Danys Vater öffnete sein kleines, braun verpacktes Geschenk.
Und Eddies Frau wickelte ihr Blatt aus.
Und Milly überreichte ihrem kleinen Billy den Schal.
Jedes der Geschenke war so rot und weich und weihnachtlich und fühlte sich genau richtig an...
...genauso, wie sich Weihnachten anfühlen sollte!


