900 Jahre Sassanfahrt mit ökumenischen Gottesdienst und Weihung des Dorfplatzes und des Dorfbrunnens

Sassanfahrt
Das letzte Wochenende stand in Sassanfahrt ganz im Zeichen des Jubiläums „900 Jahre Sassanfahrt“ und dem Abschluss der Dorferneuerung im Rahmen der Städtebauförderung. Die Witterungsverhältnisse waren nicht optimal, was aber der Feierlaune keinen Abbruch getan hat, wie am Sonntagvormittag aus in der Regel gut informierten Kreisen zu hören war.
Der Sonntag hatte begonnen mit einem Festzug von der Julius-von-Soden-Schule zum neuen Festplatz. Für die musikalische Begleitung sorgte die „Blaskapelle Sassanfahrt“. Neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Gesellschaft und vielen Vereinsabordnungen, waren auch Pfarrer Jürgen Sauer und Pfarrer Eckhard Mattke sowie eine große Anzahl an Ministranten mit dabei, um den Anlass gebührend zu würdigen.
Die beiden Geistlichen feierten, wie es in Hirschaid üblich ist, den Festgottesdienst im Zelt, im ökumenischen Miteinander. Musikalisch bereichert wurde er durch die „Blaskapelle Sassanfahrt“ unter Leitung von Konrad Lederer und dem Gospelchor „The Newcomers“ unter der Leitung von Maria Kauzner. Pfarrer Mattke ging in seiner Predigt unter anderem auf die Geschichte von Sassanfahrt ein, die man in einer reich bebilderten Chronik nachlesen kann. Die eine oder andere Frotzelei über den ewigen Zwist von Sassanfahrt mit Hirschaid ließ er nicht aus und gab jedoch zu bedenken, dass „früher auch nicht alles besser war“. Pfarrer Sauer erbat Gottes segensreiche und schützende Hand weiter über Sassanfahrt und dankte alle jenen, die sich in Vereinen und Verbänden engagieren und damit das kulturelle und soziale Leben vor Ort prägen und bereichern.
Im Anschluss daran segneten beide Geistlichen den Brunnen und den neuen Dorfplatz und baten um Gottes Segen für die neue Mitte Sassanfahrts, „wo Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft erfahren sollen“.
Im Anschluss daran erinnerte Hirschaids Bürgermeister Klaus Homann (CSU) in seiner Festrede über den langen Weg bis hin zum neuen schmucken Dorfplatz, der nun zum Platz für die Sassanfahrter Bevölkerung und für die Gäste werden soll. Am Anfang stand der Unmut der Sassanfahrter über den schlechten Zustand der Kreisstraße. Einer davon war Manfred Igel, der sich immer wieder vehement für die Sanierung einsetze. 2019 war es endlich soweit. Durch städtebauliche Untersuchungen vom Büro plan & werk (Bamberg) sowie dem Büro Sauer + Harrer (Eggolsheim) wurde die Neugestaltung und Aufwertung der Ortsmitte sowie der Durchfahrtstraße in Angriff genommen. Sanierungsziele waren attraktive und durchgängige Wegeverbindungen, die Aufwertung und Herausarbeitung des öffentlichen Raumes, das Baumpflanzen entlang des Gehweges und das Aufstellen von Ruhebänken zum Verweilen. Herzstück sollte ein großzügig gestalteter Ortsplatz mit Dorfanger, Sitzplätzen, die Neugestaltung der Bushaltestelle, ein Platz für den Kirchweihbaum und eine einladende Freischankfläche für die dortige Gastronomie sein. Eine Ortstafel sollte auf die Ortsgeschichte hinweisen und ein Findling auf die Gemeindegebietsreform von 1972. Kosten von rund 3,6 Millionen Euro sind hierfür für den Markt Hirschaid entstanden, die mit 60 Prozent gefördert werden.
Für den Hirschaider Bürgermeister ist das Ergebnis dieser doch auch langwierigen Maßnahme überaus gelungen. Er dankte insbesondere allen Sassanfahrter Bürgerinnen und Bürgern für ihre Geduld und für ihr Verständnis. Sein Dank galt auch den beteiligten Büros, den ausführenden Firmen und den Zuschussgebern. Besonders herzliche Dankesworte gingen an seinen Bauamtsleiter Stefan Endres, selbst Sassanfahrter, „der Tag und Nacht“ die Maßnahme koordinierte und die Ergebnisse aus den Planungsgruppen umsetzte.
Im zweiten Teil seiner Rede spannte der Bürgermeister den Bogen von der ersten urkundlichen Erwähnung von „Sazenvart“ 1124, die Peuplierungsversuche von Julius von Soden bis hin zu den „Unruhen“ in den 1970er Jahren, als der Ort im Zuge der Gebietsreform nach Hirschaid eingemeindet wurde. Damit waren damals viele Sassanfahrter nicht einverstanden, aber in der Rückschau war es sicherlich die richtige Entscheidung. Seitdem ist viel geschehen, so Homann, und dankte in diesem Zusammenhang allen Sassanfahrter Gemeinderäten für ihren Einsatz. Alle haben sich „in vorbildlicher Weise für Sassanfahrt eingesetzt“.